Sparkassen German Friendships

23. bis 28. Juli 2019

04.07.2019

Ein schönes Jubiläum steht vor der Tür - 20 Jahre Sparkassen German Friendships in Herford!

Die Veranstaltung, die 1999 unter dem Motto "Friendships - not Championships" initiiert wurde und damit jugendliche Reiter aus aller Welt auf dem Bexter Hof in Herford zusammengebracht hat, um gemeinsam mit den Reitern der Region eine sportliche Woche zu erleben, hat sich im Laufe der Zeit zu einer Veranstaltung etabliert, bei der an allen Tagen vom 23. bis 28. Juli echte Highlights für die Aktiven und die Zuschauer geboten werden.

Ulrich Meyer zu Bexten und Frank Rothenberger setzten die Idee in die Tat um. Heute sind beide stolz auf das 20 jährige Bestehen und erinnern sich gern zurück. Frank Rothenberger: „Als ich 1997 in Südamerika war, habe ich ein Turnier besucht, bei dem Pferde zur Verfügung gestellt wurden. Ich fand die Atmosphäre so beeindruckend, dass ich diese Idee mit nach Hause genommen habe. Der Erste, dem ich das vorgeschlagen habe, sagte, dass man sowas in Deutschland nicht braucht. Als ich dann Ulrich Meyer zu Bexten von der Idee berichtete, hat er das Potenzial gleich erkannt und zugesagt. In Kombination mit Ulrichs und meinen Kontakten konnten wir uns schnell über viele Zusagen aus 30 Nationen freuen. Dann hatten wir noch die Idee zum Top Ten Training, bei dem internationale Stars einen Tag lang die Teilnehmer betreuen. Alle waren davon so begeistert, dass sofort Größen wie Rodrigo Pessoa und Michael Whitaker zugesagt haben.1999 fand das Turnier dann zum ersten Mal statt. “

 

Ulrich Meyer zu Bexten stellt die soziale Komponente der Veranstaltung heraus: "Wir haben darüber nachgedacht, welche Werte sonst noch in der Veranstaltung stecken sollten. Teamergebnisse hat es damals im Reitsport noch nicht gegeben. Weil es für junge Menschen sehr wichtig ist, Teamarbeit zu lernen, ihr Pferd zur Verfügung zu stellen und Werte, die über den Sport hinaus gehen, zu leben, werden diese Dinge bei uns gefördert. Diese Werte haben unsere Veranstaltung zu dem gemacht, was sie heute ist.“

 

Der Modus hat sich über die ganzen Jahre hinweg bewährt. Während des ganzen Turniers gibt es feste Teams, bestehend aus einem ausländischen und einem deutschen Reiter. Üblicherweise stellt der deutsche Reiter seinem Team-Kollegen ein Pferd. Turnierleiter Lars Meyer zu Bexten sagt dazu: " Um die Besonderheit dieser Veranstaltung zu bewahren, belassen wir es ganz bewusst  bei rund 25 Paaren pro Altersklasse." 

 

Gemeinsam mit seinem Organisations-Team hat er tägliche Highlights parat, die jeden Turniertag zu einem besonderen Erlebnis für Teilnehmer und Zuschauer machen werden. Traditionell wird es ein Training mit den besten Springreitern der Welt geben: Ludger Beerbaum, Maurice Tebbel, Bertram Allen und andere Stars der Szene waren schon am traditionellen Mittwoch  vor Ort und haben sich um die Nachwuchsreiter gekümmert. Dressur-Experte Christoph Hess, bekannter internationaler Turnierrichter und gefragter Lehrgangsleiter,  zeigt eine Dressurshow am Samstag. Ebenso wird eine Jubiläums-Dressur-Quadrille mit 20 Reitern am Sonntagnachmittag vorgeführt.

 

Heinrich Hermann Engemann, Co-Bundestrainer von Otto Becker und verantwortlich für die Nachwuchs-Springreiter, sieht in seiner jetzigen Tätigkeit einige Stars im Springsport, die bereits als Kinder und Jugendliche an den Sparkassen German Friendships teilgenommen haben.

 

International in den letzten Wochen erfolgreich unterwegs waren  Nayel Nassar, der Zweiter im Großen Preis der Longines Global Champions Tour in Hamburg war oder Daniel Bluman, der den fünf Sterne Rolex Grand Prix in Rom gewann. Auch Kathrin Müller, die die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen hat, erinnert sich mit Freude zurück:  "Das war ein so tolles Erlebnis für mich, es ist auch nach Jahren noch so vieles präsent."

 

Gemeinsam mit ihrem indischen Partner Aditja Ahuja ist sie zu Beginn der Sparkassen German Friendships  in der Gruppe der jüngeren Reiter angetreten - und hat den Wettbewerb gewonnen! "Die Premiere der Veranstaltung gewonnen zu haben, das ist für mich noch immer was ganz Besonderes", sagt die Reiterin. Und dann der Gänsehaut-Moment bei der Siegerehrung: in Ermangelung der indischen Nationalhymne auf Band hat der Vater von Aditja die Hymne gesungen. Damals war sie bei der Familie von Franke Sloothaak untergebracht. Ein Erlebnis, das sie noch immer zum Lächeln bringt: "Sabine und Franke waren da, Annemieke ebenso, wir hatten so viel Spaß und fühlten uns wirklich wie zuhause.

 

Nayel Nassar, inzwischen Star der internationalen Springreiterszene, ist den Sparkassen German Friendships noch immer sehr verbunden. Vor zwei Jahren ritt er bei der Premiere des ATCO Cups während der Sparkassen German Friendships mit: „Ich gewann das Springen und auch die erste Prüfung anschließend bei der Longines Global Champions Tour in Berlin“, lacht der sympathische Reiter.

 

Die Teilnahme an dem inzwischen 20 Jahre alten Event in Herford kann er nur allen Eltern von reitenden Kindern empfehlen: „Schickt Eure Kids dorthin!“. In der Woche werde nicht nur an der Reiterei gefeilt. Die Veranstaltung sei eine tolle Show, wo nicht nur der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt steht, eben:  „Friendships – not Championships“. Man treffe internationale junge Leute, die das gleiche Hobby haben, kann schon in jungen Jahren ein Netzwerk knüpfen. Und für Nayel, der auf allen Turnieren der Welt inzwischen zuhause ist, vielleicht am wichtigsten: „Das öffnet deine Augen für den Reitsport, für andere Kulturen, für das Miteinander von Pferden und Menschen!“

 

Auch Ludger Beerbaum ist ein treuer Gast in Herford. Der vierfache Olympiasieger der Springreiter ist schon seit der Premiere der Sparkassen German Friendships gern bereit, die Nachwuchsreiter zu unterstützen und einen Tag lang als Coach seine Erfahrungen weiterzugeben. Auch in diesem Jahr wird der erfolgreichste Springreiter der Welt wieder nach Herford kommen, um eine Gruppe von Teilnehmern zu trainieren. Ludger Beerbaum: "Natürlich kann ich mich daran erinnern. In den ersten Jahren war ich selbst einige Male als TT (Turniertrottel) am Start, weil meine Stieftochter Vivian an der Veranstaltung teilgenommen hat. Danach war ich ein oder zweimal beim Springen mit Pferdewechsel aktiv, das es in der Anfangszeit noch gab. Danach wurde ich eingeladen, als Coach den jungen Teilnehmern Tipps zu geben."

 

Ebenso wie Kollege Marcus Ehning sagt Ludger Beerbaum, dass seine Kinder natürlich einmal an der Veranstaltung teilnehmen dürfen, wenn sie bis dahin noch dem Reitsport verbunden sind.